Sunday, 22 January 2012

Wieder mehr (Er)Leben im Stadtschloss


Käufer und Investor Peter Seitz und sein Konzept für Immenstadt



Nein, den Titel „Schlossherr“ will er nicht hören.
Peter Seitz ist Geschäftsmann – und als solcher hat der Oberallgäuer Privatinvestor dieser Tage auch das Immenstädter Stadtschloss gekauft.
In diesem jahrhundertealten Gebäude am Marienplatz decken sich  die Bedürfnisse der Stadt exakt mit seinen Ideen:  Ziel von SEITZ INVESTMENTS und der neu gegründeten Tochtergesellschaft „ Stadtschloss Immenstadt GmbH & Co.KG“ ist es, das  Stadtschloss in seiner historischen Bausubstanz zu sichern, in seiner kulturellen, touristischen und wirtschaftlichen  Bedeutung zu erhalten und in seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für Bürger und  Besucher zu öffnen.
“Mehr Leben, mehr Erleben“,  so beschreibt der gebürtige Immenstädter Seitz  sein ganzheitliches Konzept fürs Stadtschloss und die Stadt.

Im Jahr 2005 hatte die Stadt Immenstadt das Stadtschloss vom Freistaat Bayern erworben. Aufgrund der seit Jahren stark strapazierten Haushaltslage aber konnten in dieser Zeit nur die allernotwendigsten Maßnahmen zum Erhalt des Gebäudes unternommen werden. Entsprechend der heutige Zustand des Gebäudes: Stockende Sanierungsarbeiten, bald auslaufende Mietverträge mit den derzeitigen Nutzern des Hauses, nicht erfüllte brandschutztechnische Voraussetzungen und damit nur eingeschränkte Nutzung  der  Versammlungs- und Veranstaltungsräume. Zur Mitte des nächsten Jahres drohte dem Stadtschloss mit einem möglichen Auszug des Vermessungsamtes der nahezu vollständige Leer- und damit Stillstand auf 2600 Quadratmetern Nutzfläche.
In dieser Phase erscheint im Sommer 2009 SEITZ INVESTMENTS und bringt wieder Bewegung in die Angelegenheit. „Ich sehe in dem Gebäude unglaubliche Möglichkeiten und Chancen“, erklärt Geschäftsführer Peter Seitz sein persönliches Interesse am Stadtschloss. Ihn fasziniert der Charme der historischen Räume, das Flair der jahrhundertealten Geschichte, die einmalige Lage im Herzen der Stadt. Er hat Ideen – und er hat die Möglichkeiten, sie zu verwirklichen. Mehrere Millionen Euro wird die „Stadtschloss Immenstadt GmbH & Co.KG“ in den ersten Schritten in die grundlegende Sanierung und Sicherung des Stadtschlosses investieren. Engagement, das sich lohnt, ist Seitz überzeugt.  Denn die „moderne, marktgerechte, langfristig solide Nutzung eines historisch reichen und kulturell bedeutsamen Ambientes – das führt einfach zum Erfolg und rechtfertigt meinen Einsatz!“

Voraussetzung freilich: Zustimmung und Vertrauen der Stadtverantwortlichen. „Und beides wurde uns in vorbildlicher Weise gewährt“, so spricht Peter Seitz von einer „großartigen Zusammenarbeit mit Bürgermeister Armin Schaupp, Stadtrat und Stadtverwaltung.“ In vielen, langen und sehr kooperativen Gesprächen entstand seit August dieses Jahres ein umfangreiches Sanierungs- und Nutzungskonzept, mit dem kommunale Bedürfnisse, städtebauliche Ansprüche und wirtschaftliche Interessen gleichermaßen gedeckt werden. Eine klassische „win-win-Position“, wie Geschäftsmann Seitz es formuliert: Der Stadt ist eine millionenschwere Last von den Schultern genommen – dem Investor ist Raum und Möglichkeit zur Verwirklichung eines Konzepts gegeben. Und für Bürger und Gäste der Stadt steht ein umfassend saniertes Stadtschloss zur vielfältigen Nutzung zur Verfügung, was wiederum die Attraktivität der Stadt als Lebensraum und Urlaubsort erhöht.

Denn das ist für den Investor klare Sache: „Das Stadtschloss muss in weiten Teilen öffentlicher Raum bleiben!“ Mehr noch! Das Stadtschloss soll in Zukunft noch viel intensiver von Bürgern und Besuchern genutzt werden. So soll der stuckverzierte Rittersaal im zweiten Stock nach entsprechenden Feuerschutz-Maßnahmen endlich wieder als Veranstaltungsfläche zur Verfügung stehen. Dabei ist auch an den Einbau eines behindertengerechten Aufzugs im Hauptflügel gedacht. Das Gästeamt im Erdgeschoss wird durch eine umfassende Sanierung und Einbindung des Eingangsbereichs deutlich aufgewertet und modernisiert.

Besonderes Augenmerk wird der Investor auf den Seitentrakt entlang der Alleestraße richten. Hier wird der Mitte der 70er Jahre errichtete Arkadengang  verschwinden und der Ostflügel an die übrige Fassadengestaltung angepasst. Dabei hofft Seitz darauf, dass sein Engagement an dieser Stelle gewissermaßen ansteckenden Charakter entwickelt. Gerade in diesem Teilstück der Alleestraße nämlich, in dieser für die Stadt so wichtigen Verbindungsstraße zwischen Marienplatz und Bahnhofstraße, könnte und müsste viel getan werden. „Vielleicht finden sich ja noch mehr Privatleute die sich dafür einsetzen, die Nutzungs- und Aufenthaltsqualität einzelner Häuser zu erhöhen“, erklärt Seitz, der dafür jetzt den Anfang machen will. 

 „Wir werden das Stadtschloss wieder beleben und damit dem Herzen der Stadt neuen Schwung geben“, kündigt der Investor an. Er denkt an eine ganz authentische und bürgernahe Nutzung. Konzerte, Ausstellungen, Vortragsreihen, Seminare, Kurse, Bauern-, Floh- und Antiquitätenmärkte – das Stadtschloss bietet künftig (wieder) Raum für vielerlei und jedermann. Mehr Raum sogar, als im Moment vorhanden, deutet Seitz seine Idee an, auch den Innenhof in die Gesamtnutzung mit einzubeziehen. Für diese Maßnahme aber müssen erst noch einige Weichen gestellt werden.

Solange gilt: „Wir werden das Gebäude möglichst von allen Seiten öffnen und für alle Seiten zugänglich machen“, denkt Seitz an die Zusammenarbeit mit Schulen, örtlichen Jugend-, Freizeit- und Gesundheitseinrichtungen, Allgäuer Bergbahnen, heimischen Geschäftsleuten, Künstlern und Veranstaltern. Schlussendlich soll das Stadtschloss im Laufe der Zeit seine Sogwirkung auf die ganze Stadt ausdehnen und soll vitalisierend auf Wirtschaft, Kultur und Soziales Miteinander einwirken.

Einzig der erste Stock und Teile des zweiten Geschosses bleiben geschlossener Raum für den Hauptmieter des Hauses. „Das Vermessungsamt bleibt nämlich im Stadtschloss“, berichtet Peter Seitz vom jüngst unterschriebenen langjährigen Mietvertrag, mit dem übrigens erst die Basis für alle Investitionsmaßnahmen gebildet wurde. „Ohne diese verbindliche Zusage und Unterstützung hätten wir uns nämlich nicht an dieses Projekt gewagt“, dankt der Investor an dieser Stelle dem verantwortlichen Behördenleiter und seinem Team für Mitarbeit und Flexibilität. 

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